Andreas Karl Schulze

Etwas etwas und etwas nichts

22.03.2002 bis

Andreas Karl Schulze (geb. 1955 in Rheydt, lebt und arbeitet in Köln) ist ein Außenseiter der Malerei. Er entwickelte in den 80er Jahren eine strenge, geometrische Formensprache, und wie etwa die Arbeiten von Gerwald Rockenschaub oder Helmut Federle wurden auch Andreas Karl Schulzes Bilder mit dem Schlagwort des Neo-Geo belegt.
Seit den 90er Jahren hat Andreas Karl Schulze das Feld der Malerei weitgehend verlassen. Er hat seine Formensprache auf das Modul eines 5×5 cm großen Quadrates reduziert. Dieses hat sich aus dem Tafelbild herausgelöst und wird in verschiedenen Farben und, je nach Konzeption, in unterschiedlicher Anzahl direkt auf die Wand gesetzt. Seitdem hat er mit diesem Modul architekturbezogene und ortsspezifische Arbeiten außer in Europa etwa in Japan, Australien, USA oder Island realisiert.

In seiner Ausstellung „ETWAS ETWAS UND ETWAS NICHTS“ im Kunstverein Heilbronn spielt er in sieben Arbeiten die große Vielseitigkeit der Möglichkeiten durch, die von Buntheit bis fast zur Monochromie reichen. Die bisher größte Arbeit von Andreas dominiert die Hauptwand des Kunstvereins durch horizontal verlaufende, an mehreren Stellen unterbrochene Reihungen zahlreicher farbiger Quadrate.
Der Titel der Ausstellung ist Programm. Die formale Reduktion auf das Quadrat stellt die Frage nach dem Rhythmus der Leerstelle und der Fülle. Nicht von ungefähr fühlt man sich dabei an Musik etwa von John Cage oder Conlon Nancarrow erinnert. Kay Heymer zieht im Katalog zur Ausstellung eine Parallele zum Pianisten Thelonius Monk. Dieser zerlegte Melodien in ihre Einzelteile und überließ es den Mitspielern und Hörern, die Einzelteile wieder zusammenzusetzen. Die irritierende wie inspirierende Wirkung der Setzung, der Töne bei Monk oder der Stoffquadrate bei Andreas Karl Schulze, bewirken eine Veränderung des Raumes wie der Wahrnehmung. Diese Veränderung, so diskret sie zunächst scheinen mag, ist deutlich und präzise spürbar.
Der Dialog des Künstlers mit der Umgebung in die er seine Quadrate setzt, ist von einem genauen Blick auf die Umgebung geprägt. Die Wirkung der Arbeiten von Andreas Karl Schulze läßt an eine Formulierung der Architekten Alison und Peter Smithson denken: „Das scharfsinnige Anerkennen der Wirklichkeit (ist), (…) ein neuer Blick auf das Gewöhnliche und eine Offenheit gegenüber dem Effekt, daß ganz prosaische Dinge unsere Erfindungskraft neu beleben können.“ (Claude Lichtenstein, Thomas Schregenberger, As Found , Die Dinge radikal zur Kenntnis nehmen, Zürich 2001)

Es erschien ein Katalog.